Author Archives: Frank Feldmann

You are here: Home » Author: "Frank Feldmann" (Page 2)

GLS Bank -Wahrnehmung von Verantwortung für Mensch und Natur

Die GLS Bank war einer der ersten Partner, den wir für das #CSRcamp16 gewinnen konnten. Als Raumpate übernehmen sie Verantwortung und zeigen sich als modernes, agiles Unternehmen, dass den Dialog auf Augenhöhe wertschätzt und fördert. Wir hatten Gelegenheit mit Rouven Kasten, verantwortlich für Digitale Kommunikation & Social Media bei der GLS Bank, und Johannes Korten, Online-Redakteur und Markencoach der GLS Bank, über das CSR Selbstverständnis des Geldinstitutes zu reden.

1. Obgleich es ja keine echte Knappheit an offiziellen Definitionen dessen gibt, was „Corporate Social Responsibility“ eigentlich bedeuten soll, gleichviel die Frage: Welches Verständnis haben Sie von CSR?

Für die GLS Bank bedeutet CSR schon seit der Gründung im Jahre 1974 die konsequente Wahrnehmung von Verantwortung für Mensch und Natur. Das bezieht sich nicht nur auf die in der Bank Mitarbeitenden, die Kundinnen und Kunden oder Mitglieder sondern explizit auf die gesamte Gesellschaft sowie die globalen Wirkungszusammenhänge. Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen die Menschen mit ihren Bedürfnissen. Die Bewahrung und Entwicklung der menschlichen Lebensgrundlagen sind dabei notwendige Bestandteile, der ökonomische Gewinn lediglich eine Folge, aber nicht der Zweck unseres Handelns.

2. Die CSR-Debatte hat inzwischen einen gewissen Reifegrad erreicht, nicht zuletzt durch zahlreiche Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung. Wo sehen Sie aktuell die bedeutendsten Herausforderungen für „Corporate Social Responsibility“, theoretisch wie praktisch?

CSR darf nicht zum kommunikativen Feigenblatt im Rahmen von Content Marketing-Strategien verkommen sondern muss fest in der Unternehmens-DNA verankert sein. In einer global vernetzten Gesellschaft muss die Kommunikation über die unternehmerische Verantwortung dem Handeln folgen. Die Herausforderung liegt darin, die Stakeholder des Unternehmens frühzeitig in diesen Prozess der Wahrnehmung sozialer und ökologischer Verantwortung mit einzubinden.

3. Gerade die CSR-Maßnahmen vieler Großunternehmen werden von Kritik ja nicht eben verschont. Wo sehen Sie inzwischen die Hauptprobleme von CSR-Maßnahmen in Hinsicht auf deren Umsetzung?

CSR-Maßnahmen müssen zu den Kernwerten des Unternehmens „passen“. Wenn soziale und ökologische Kriterien nicht fest in der Gesamtstrategie des Unternehmens berücksichtigt werden, verkommt CSR zum reinen PR-Thema. Transparenz im Handeln und in der Kommunikation ist hier unabdingbar.

4. Das CSR-Thema ist ja einerseits sehr auf spezifische Fachöffentlichkeiten im Umfeld der jeweiligen Behörden, Institutionen, Unternehmen ausgerichtet, einschließlich der jeweiligen Klientel, Kundschaft und anderer Stakeholder. Andererseits ist auch nicht unerheblich, wie die Mitglieder, Mitarbeiter intern über entsprechende CSR-Maßnahmen denken und sprechen, um diese zum Erfolg zu führen. Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund die Bedeutung der jeweiligen Mitarbeiterführung für den CSR-Erfolg? Gibt es hier eine bestimmte, nachweisbare oder auch nur plausible Korrelation?

Ähnlich wie bei der Markenwahrnehmung gilt auch bei der CSR das Prinzip „das Außen muss dem Innen folgen“. Was im Unternehmen nicht glaubwürdig vorgelebt und von den Mitarbeitenden auch wahrgenommen und wertgeschätzt wird, lässt sich auch im Außen langfristig nicht glaubwürdig vermitteln. Es gilt also zunächst, die soziale und ökologische Verantwortung innerhalb der eigenen Organisation wahrzunehmen, bevor externe CSR-Maßnahmen aufgesetzt werden.

5. Zum Schluß: Wie stellen Sie sich die weitere Entwicklung bei der Diskussion und Implementierung von CSR-Maßnahmen vor? Was läßt die Evolution von CSR in Zukunft erwarten? Eine Trendanalyse bitte.

CSR-Maßnahmen, die nicht kulturell im Unternehmen verankert sind und eine von innen nach außen wirkende Strahlkraft haben, werden es künftig immer schwerer haben. Nur wer soziale Verantwortung innerhalb des Unternehmens konsequent wahrnimmt und lebt, wird auch nach außen erfolgreich CSR-Maßnahmen umsetzen können. Dabei spielen der Einsatz und die Nutzung interner wie externen Sozialer Netzwerke eine immer größere Rolle. Das bedeutet, dass Kommunikation mit Dritten unabhängig von Hierarchien und Verantwortlichkeiten Aufgabe von allen im Unternehmen Mitarbeitenden ist. Nur so wird künftig eine glaubwürdige Nähe zu den Stakeholdern hergestellt werden können. Ein besonderes Augenmerk wird dabei verstärkt auf der entsprechenden Ausbildung kommunikativer Fähigkeiten und Sensibilitäten bei den Mitarbeitenden liegen. Diese werden künftig auch stärker bei der Auswahl und Planung der Maßnahmen einbezogen werden müssen. Ein internes wie externes Crowd-Sourcing für die Planung und Auswahl von CSR-Maßnahmen wird ein integraler Bestandteil künftiger CSR-Strategien werden.

Vielen Dank für das Interview!
Sehr gern. Und viel Erfolg für das CSRcamp16!

Einstieg in die CSR Materie - Interview mit Marie-Lucie Linde, Verantwortliche Redakteurin der N-Kompass-Redaktion

N-Kompass ist nicht nur Raumpate des #CSRcamp16, sondern wird selbst auch vor Ort sein und sich aktiv einbringen. Als kleines Intro in den fachlichen Gedankenaustausch am 25.01.16 haben wir mit Marie-Lucie Linde, Verantwortliche Redakteurin der N-Kompass-Redaktion, ein kurzes Interview geführt.

Obgleich es ja keine echte Knappheit an offiziellen Definiti-onen dessen gibt, was „Corporate Social Responsibility“ eigentlich bedeuten soll, gleichviel die Frage: Welches Verständnis haben Sie von CSR?

Bei N-Kompass teilen wir die weit verbreitete Definition, wonach CSR den spezifischen Beitrag bezeichnet, den Unternehmen zum nachhaltigen Wirtschaften bzw. zur Nachhaltigkeit leisten. Entscheidend ist dabei aus unserer Sicht vor allem der ganzheitliche Ansatz, bei dem alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales, vereint und in Balance gehalten werden.

Die CSR-Debatte hat inzwischen einen gewissen Reifegrad erreicht, nicht zuletzt durch zahlreiche Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung. Wo sehen Sie aktuell die bedeutendsten Herausforderungen, theoretisch wie praktisch?

Gerade im Mittelstand haben wir die Erfahrung gemacht, dass CSR zwar zunehmend an Bedeutung gewinnt, aber vielen der Einstieg in die Materie immer noch schwerfällt. Vor allem die Vielfalt der möglichen CSR-Themenfelder erschwert hierbei die systematische Auseinandersetzung und die richtige Priorisierung für das eigene Unternehmen. Hinzu kommt, dass gerade in kleineren Unternehmen oftmals die nötigen Ressourcen feh-len, die sich dem Thema vollumfänglich annehmen können. (Dies führt dazu, dass die diversen Potenziale, wie Effizienzeffekte und Kostenersparnis, die in dem Thema CSR für Unter-nehmen stecken, von diesen nicht wahrgenommen werden. Die Wirtschaftlichkeit von CSR-Maßnahmen wird daher leider immer noch zu oft verkannt.)

Die CSR-Maßnahmen vieler Großunternehmen werden von Kritik ja nicht eben verschont. Wo sehen Sie in-zwischen die Hauptprobleme von CSR-Maßnahmen in Hinsicht auf deren Umsetzung?

CSR-Maßnahmen dürfen nicht aus der reinen PR-Motivation heraus umgesetzt werden. Leider scheinen einige Großunternehmen den Fokus ihrer CSR-Aktivitäten auf den größtmöglichen Imagegewinn zu legen und geraten dadurch häufig in der kritischen Öffentlichkeit in den Verdacht des Greenwashings. Diese Unternehmen vernachlässigen die systematische Analyse der für ihren Betrieb tatsächlich wirksamen Hebel in Sachen CSR. Ein weiteres Problem in Großunternehmen: Isolierte CSR-Stabstellen bzw. Abteilungen vernachlässigen eine vernünftige Mitarbeitereinbindung, was eine Verankerung des Themas im Unternehmen erschwert.

Das CSR-Thema ist ja einerseits sehr auf spezifische Fach-Öffentlichkeiten im Umfeld der jeweiligen Behörden, Institutionen, Unternehmen ausgerichtet, einschließlich der jeweiligen Klientel, Kundschaft und anderer Stakeholder. Andererseits ist auch nicht unerheblich, wie die Mitglieder, Mitarbeiter intern über entsprechende CSR-Maßnahmen denken und sprechen, um diese zum Erfolg zu führen. Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund die Bedeutung der jeweiligen Mitarbeiterführung für den CSR-Erfolg? Gibt es hier eine bestimmte, nachweisbare oder auch nur plausible Korrelation?

Die Einbindung verschiedener Stakeholder, vor allem der Mitarbeiter, ist sowohl bei der Entwicklung von CSR-Strategien als auch bei der Umsetzung von elementarer Bedeutung und bestimmen maßgeblich deren Erfolg. Dabei trägt die Geschäfts-führung und das Top-Management eine zentrale Rolle. Sie müssen CSR im Unternehmen vorleben, damit diese zur gelebten Praxis wird, die die Belegschaft letztendlich mitträgt.

Zum Schluss: Wie stellen Sie sich die weitere Entwicklung bei der Diskussion und Implementierung von CSR-Maßnahmen vor? Was lässt die Evolution von CSR in Zu-kunft erwarten? Eine Trendanalyse bitte.

Die künftige Diskussion rund um das Thema CSR wird zunehmend von der CSR-Berichtspflicht, die von der EU verabschiedet wurde, beeinflusst. Wir beobachten, dass die systematische Auseinandersetzung mit Einzelthemen dadurch sowohl in Großunternehmen, als auch bei Mittelständlern zunimmt und sicher weiter zunehmen wird. Die Berichtspflicht wird in Unternehmen einen Prozess etablieren, durch den CSR näher ans Kerngeschäft rücken wird. Wenn das Reporting jedoch Auslöser für den CSR-Prozess im Unternehmen ist und bleibt, besteht die Gefahr, dass dieser Prozess mehr als Compliance-Thema und weniger als gelebte CSR etabliert wird.
Ein weiterer Trend, den wir beobachten, ist, dass durch die ho-he Komplexität von CSR zunehmend Unterstützung u.a. durch qualifizierte CSR-Berater oder passgenaue digitale Lösungen gesucht wird – sei es beim Einstieg oder im späteren Umsetzungsprozess. Hier entwickeln sich derzeit spannende Angebote, die sowohl beim Einstieg in die Materie CSR, bei der Stakeholder-Einbindung und der Priorisierung von Einzelmaßnahmen als auch bei der Berichtserstattung (Reporting) unterstützen.

Vielen Dank für das Interview!

Treffen Sie das N-Kompass Team am 25.01.16 auf dem CSRcamp16 in Berlin, machen Sie sich mit dem Tool vertraut und nutzen sie die fachliche Expertise der beratung vor Ort! Der N-Kompass ist ein ideales Online-Werkzeug, um einfach und strukturiert in das Thema Nachhaltigkeit einzusteigen. Der N-Kompass ermöglicht eine schnelle Standortbestimmung und bietet diverse Unterstützungshilfen, die von Fachdossiers bis zu zertifizierten N-Kompass-Beratern reichen. Zudem hilft der N-Kompass bei der EU-konformen Berichterstattung dank integriertem DNK Standard.

Unternehmerische Verantwortung ist mehr als Bekenntnis und Dogma - Interview mit Daniela Röcker

Daniela Röcker, Kultur-Komplizin aus Stuttgart, ist Impulsgeberin der Initiative EnjoyWork – Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft. Sie ist Komplizin einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Unternehmenskultur sowie nachhaltigem Wirtschaften im Sinne von Corporate Social Responsibility und Cradle-to-Cradle. Kai-UWe Hellmann aus unserem Orga-Team hatte im Vorfeld des CSRcamps16 die Möglichkeit, mit ihr dieses Interview zu führen.

Kai-Uwe: Liebe Daniela, die CSR-Debatte hält ja nun schon eine Weile an, und infolgedessen hat sich das Verständnis von „Corporate Social Responsibility“ durchaus gewandelt. Daher meine erste Frage: Wie definierst Du „Corporate Social Responsibility“?

Daniela: CSR ist für mich die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Kontext nachhaltigen Wirtschaftens. CSR betrifft das Kerngeschäft und zeigt, wie gewirtschaftet wird: umwelt- und ressourcenverträglich, sozial und ethisch verantwortlich und ökonomisch erfolgreich.
Mein Verständnis von CSR lehnt sich an die Definition der EU-Kommission an: „CSR is the responsibility of enterprises for their impact on society…Companies can become socially responsible by: following the law; integrating social, environmental, ethical, consumer, and human rights concerns into their business strategy and operations.“ (ec.europa.eu)
Ich möchte hier bewusst nur die englische Definition verwenden, weil das „social“ in Corporate Social Responsibility in Deutschland immer noch zu oft mit „sozial“ statt mit „gesellschaftlich“ übersetzt wird. Dies führt regelmäßig zu einem Verständnis von CSR, das deutlich zu kurz greift.
Vor die Frage nach der Definition von CSR würde ich daher die Frage setzen: „Was bedeutet Gesellschaft für Dich?“ Da Gesellschaft aber ähnlich wie CSR vieldeutig ist, käme für mich die kurze Definition der Bundeszentrale für politische Bildung recht nahe an mein Verständnis heran: „Gesellschaft ist eine Sammelbezeichnung für unterschiedliche Formen zusammenlebender Gemeinschaften von Menschen, deren Verhältnis zueinander durch Normen, Konventionen und Gesetze bestimmt ist und die als solche eine Gesellschaftsstruktur (G.-Gefüge) ergeben.“ Diese Definition geht m.E. auch über ein nationales Verständnis von Gesellschaft hinaus.
Ich denke gerne in Systemen, daher ist CSR für mich auch ein offenes System, in dem „gutes Wirtschaften“ stattfindet. Unter „gutem Wirtschaften“ verstehe ich den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, Umwelt und Stakeholdern. Das heißt, ein nachhaltiges Wirtschaften im ursprünglichen Wortsinn von nachhaltig: ich entnehme nur so viel, wie innerhalb eines bestimmten Zeitraums auch wieder ins System Welt hineingegeben werden kann. CSR spiegelt damit gleichzeitig die innere Haltung und das unternehmerische Handeln der UnternehmensinhaberInnen bzw. der Unternehmensführung, weil hier ein Verständnis für Systeme und deren Wirkungen wie auch ein ganzheitliches Bewusstsein vorhanden sein muss.

Kai-Uwe: Die CSR-Debatte hatte sich anfangs sehr stark mit Begriffsarbeit und Konzeption, mit Selbstfindung und Selbstabgrenzung befaßt, fast Grundlagenforschung im Sinne von Thomas S. Kuhn. Später trat dann die empirisch-praktische Dimension hinzu: Wie funktioniert CSR in der Praxis? Inwieweit halten sich die Unternehmen etc. daran? Ist ihnen zu trauen? Und welche Funktion haben die Kunden, die Klientel etc., um CSR im Alltagsgeschäft adäquat zu integreren. Wo siehst Du momentan die größte Herausforderung für CSR in Zukunft?

Daniela: Von November 2011 bis Dezember 2014 lief bundesweit das ESF-geförderte Programm des BMAS „CSR im Mittelstand“, in dem insgesamt 74 CSR-Projekte umgesetzt wurden. Im größten dieser Einzelprojekte war ich für das Projektmanagement und die Kommunikation zuständig. Innerhalb dieser Zeit durfte ich sehr viele Facetten von CSR kennenlernen, was meine Überzeugung für CSR als elementaren Unternehmenskern geschärft hat. Während der Projektzeit bestand die größte Herausforderung darin, die MitarbeiterInnen in den Unternehmen für CSR zu begeistern. Oft ist dies nur begrenzt gelungen, weil CSR-Weiterbildungen und CSR–Maßnahmen als zusätzliche Belastung zum stressigen Alltagsgeschäft wahrgenommen wurden. Andere Projektträger machten ähnliche Erfahrungen.
Heute kann ich sagen: Unternehmen, die CSR in ihr Kerngeschäft integriert haben und authentisch agieren, haben weniger Schwierigkeiten, ihr Team mitzunehmen – nicht grundsätzlich, aber häufig. Die Motivation der Mitarbeitenden wird auch künftig eine Herausforderung sein.
Die größte zukünftige Herausforderung für CSR liegt aber in einem anderen Feld – nämlich in der Lieferkette. Bei der Umsetzung von CSR betrachte ich logischerweise auch meine Lieferkette. Ich erhebe Daten zur Arbeit der Lieferanten: Wie wird transportiert? Woher kommen die Rohstoffe? Wie sind die Produktions- und Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern? Wie relevant sind dort Umweltaspekte und Menschenrechte? Das bedeutet u.a. die Erkenntnis, dass diese Kette nicht immer lückenlos nachvollziehbar ist, weil Akteure verflochten sind, die sich weder kennen, noch deren Arbeitsweise transparent ist. Weiterhin heißt das zu akzeptieren, dass in anderen Ländern kein oder ein anderes CSR-Verständnis als in Deutschland vorhanden ist. Und zuletzt betrifft es die Produkte und deren Komponenten selbst: oft kann ich nicht nachprüfen, aus welchen Stoffen meine Produkte bestehen, weil es keine oder nur eingeschränkte und darüber hinaus nicht einheitliche gesetzliche Vorschriften zur Deklaration gibt. Diese Störfaktoren gilt es in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten sichtbarer zu machen, damit ein konsequentes nachhaltiges Handeln möglich ist.
Die EU-Kommission hat 2013 eine Richtlinie auf den Weg gebracht, die zusammen mit ihrer Ergänzung von 22.10.2014 bis Dezember 2016 von den Mitgliedstaaten in nationales Recht überführt werden soll. Sie tritt ab 2017 in Kraft. Die Richtlinie betrifft vorläufig nur Unternehmen ab 500 Mitarbeiter (https://www.csr-in-deutschland.de/bundesregierung-und-csr/die-neue-richtlinie-zur-berichterstattung-ueber-nichtfinanzielle-informationen-sog-csr-richtlinie-fuer-mehr-unternehmenstransparenz-in-europa.html). Dabei müssen in der Berichterstattung zusätzlich sogenannte nicht-finanzielle Informationen für folgende Themen angegeben werden:
– Umweltfragen
– gesellschaftliche Fragen und Arbeitnehmeraspekte
– Menschenrechte
– Bekämpfung von Korruption und Bestechung
– Diversität in Vorständen und Aufsichtsräten
Man darf davon ausgehen, dass diese Richtlinie auf weitere Unternehmensgrößen ausgeweitet wird, insbesondere im Hinblick auf die Klimaziele der einzelnen Staaten. Auf nationaler Ebene werden z.B. Nicht-KMUs gesetzlich verpflichtet, bis zum 05.12.2015 ein Energieaudit durchzuführen (https://www.bafa.de/bafa/de/energie/energie_audit/publikationen/merkblatt_energieaudits.pdf).
CSR ist also auf einem guten Weg, nicht mehr nur freiwillige Verpflichtung zu sein. Die Weichen für weitere gesetzliche Vorgaben sind gestellt. Unternehmen, die sich also frühzeitig mit der Thematik auseinandersetzen, werden die Nase vorn haben.
Eine weitere Herausforderung ist die Vielfalt der wirtschaftlichen Tätigkeiten eines Unternehmens. Es gibt grundsätzlich viele, u.a. gesetzlich gestützte Vorgaben, die in eine CSR-Strategie hineinspielen können (z.B. Compliance, Zertifizierungssysteme), aber es gibt keine „Bedienungsanleitung“ für CSR. Dies ist Fluch und Segen zugleich. Jedes Unternehmen hat die Freiheit, seine CSR-Strategie so umzusetzen, wie es sie für sinnvoll erachtet. Diese Freiheit bedeutet gleichzeitig Unsicherheit, weil zwar Best-Practice-Beispiele als Anregung verstanden werden können, aber für die eigenen Prozesse eine individuelle Betrachtung notwendig ist. Die Berichterstattung nach GRI-Richtlinien kann hilfreich sein, aber auch die ISO 26000 als CSR-Leitfaden ist eine gute Basis, um mit CSR zu beginnen.
Ein weiteres großes Thema im Kontext CSR ist die zunehmende Veränderung unserer Arbeitswelten im Hinblick auf Digitalisierung (technisch und kulturell) und agile Führung. Aktuelle CSR-Modelle bilden diese Aspekte noch nicht ab. Was bedeutet es z.B. für meine CSR-Strategie und mein CSR-Verständnis, wenn es immer mehr projektbezogene und freiberufliche Arbeitsverhältnisse gibt? Welche Relevanz belegt der Datenschutz von Mitarbeitenden bei CSR, wenn Arbeitsprozesse mehr und mehr digitalisiert werden? Diese Fragen sind enorm spannend, wenn man sie mit der Frage des nachhaltigen Wirtschaftens verknüpft und sind eine besondere Herausforderung für CSR.

Kai-Uwe: Die CSR-Perspektive stellt etwa für Unternehmen ja zunächst keine Maßnahme dar, die sich ohne weiteres in die Profitlogik ihrer Praxis harmonisch einfügt. Oftmals sind damit zusätzliche Kosten verbunden, die normalerweise durch erhöhte Preis kompensiert werden müssen, was den Absatz gefährdet. Dies ist nur ein Beispiel für etwaige Schwierigkeiten, die bei der Implementierung von CSR-Maßnahmen auftreten können. Wie würdest die Situation inzwischen einschätzen, Daniela: Welche Widerstände sind bei CSR-Strategien hauptsächlich zu überwinden, um diese Perspektive gesellschaftsweit zum Erfolg zu führen?

Daniela: Die Frage ist sehr groß gestellt und impliziert eine Lösung, die auf linearem Denken beruht und die es so nicht gibt. Was bedeutet in diesem Zusammenhang gesellschaftsweiter Erfolg? Soll CSR missionarisch vorgehen? Das Schema „Ich überwinde Widerstände und dann stellt sich Erfolg ein“ muss aus unseren Köpfen raus. Denn damit kann auch immer eine Ausprägung von Gewalt und Autorität verbunden sein: Ich habe die Deutungshoheit über eine Sache, daher kann ich Dir sagen, was gut für Dich ist. Eine gute CSR-Strategie sollte diesem Schema nicht folgen.
Zunächst einmal ist es wichtig, CSR fest im Kerngeschäft zu verankern, um überhaupt erfolgreich zu sein. Wird CSR nur als Supplement begriffen, bleiben Spill-Over-Effekte aus. Eine langfristige CSR-Strategie setzt nicht nur Ziele, sondern betrachtet permanent die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Stakeholdern und passt das operative Geschäft entsprechend an. Langfristig kann das durchaus gesellschaftlichen Impact haben, im besten Fall wechselseitig und gleichberechtigt, weil Gesellschaft und Unternehmen gleichzeitig lehren und lernen können.
Widerstände gibt es immer: intern wie extern. Intern z.B. bei Mitarbeitern, die Veränderungen rundweg ablehnen – die Gründe dafür sind enorm vielfältig. Diesen Widerständen begegnet man sinnvollerweise, indem man sie ernst nimmt und respektiert. Überzeugungsarbeit ist dabei fehl am Platze. Hier greift ein wertschätzender, empathischer Dialog. Zwang oder gar Sanktionen führen völlig ins Leere. Gleiches gilt für externe Widerstände, z.B. bei Lieferanten. Daher: Widerstände sollten willkommen sein. Nur so bleibt man im Dialog, denn CSR ist ein sehr langer Prozess und mutmaßlich nie abgeschlossen.

Kai-Uwe: CSR-Maßnahmen – auf Unternehmen bezogen – bedeutet immer auch: Bestimmte Mitarbeiter der Unternehmen sind für die Beachtung und Umsetzung verantwortlich, ggf. sogar jeder einzelne Mitarbeiter. Vor diesem Hintergrund möchte ich Dich fragen: Siehst Du einen Zusammenhang zwischen Mitarbeiterführung und CSR?

Daniela: Nicht notwendigerweise. Es ist unerheblich, ob ich ein Unternehmen streng hierarchisch, soziokratisch oder demokratisch führe; ob ich top-down führe, flache oder gar keine Hierarchien habe. CSR kann in jeder Art von Führung umgesetzt werden.
Wenn es allerdings um den langfristigen Erfolg und gesellschaftlichen Impact einer CSR-Strategie geht, spielt die Führung eine große Rolle. Dann besteht auch ein Zusammenhang bzw. gibt es Wechselwirkungen. Dies hängt jedoch stark vom CSR-Verständnis der Führung ab. Insbesondere zwei Faktoren, die sich gegenseitig bedingen, spielen hier eine Rolle: Erstens, was versteht die Führung unter gesellschaftlicher Verantwortung? Die Bandbreite reicht hier vom sozialen Engagement bis zum gesamtglobalen Bewusstsein und Handeln. Zweitens: An welchem Punkt im Unternehmen sieht die Führung das Thema CSR? Wird CSR im Marketing oder im Controlling verortet, werde ich nie das Potential nutzen können, welches CSR bietet. CSR im Marketing birgt die Gefahr zu „Greenwashing“ zu werden – Beispiele dafür gibt es zuhauf – und schädigt somit die Reputation des Unternehmens. CSR im Controlling verschenkt Möglichkeiten zu disruptiven Veränderungen und Innovationen, weil CSR nicht effizient ist, auch wenn dadurch Kostenersparnis möglich ist.
Bei einer langfristig erfolgreichen CSR-Strategie hat die Führung einen gesellschaftlichen Weitblick, ein wertschätzendes Menschenbild und ist intrinsisch zur Umsetzung motiviert. In diesen Firmen wird die Unternehmensführung von Mitarbeitenden ernst genommen, weil sie langfristig authentisch handelt.
Auch wenn CSR in diesen Unternehmen erfolgreich ist, kann es sein, dass CSR-Potential verschenkt wird. CSR wird auch hier als „Führungsthema“ wahrgenommen.
In Unternehmen, in denen Mitarbeiter selbstbestimmt arbeiten und Führung als agil und moderativ verstanden wird, kann CSR noch mehr Gewicht bekommen. Denn hier gibt es keine CSR-Abteilungen oder CSR-ManagerInnen. CSR wäre hier eine Strategie, die alle Mitarbeitenden gleich fordert. Alle hätten die Möglichkeit, CSR-Maßnahmen zu initiieren und verantwortlich umzusetzen. Dies würde sowohl die Vielfalt der Aktivitäten fördern, als auch ein verstärktes Bewusstsein dafür schaffen, wo überall CSR drinstecken kann. Ein angenehmer Nebeneffekt wäre dann die Motivation des Einzelnen, weil sich jeder für ein CSR-Thema engagieren könnte, das seiner persönlichen Lebenswelt am nächsten steht. Bei einer solchen CSR-Strategie wäre möglicherweise ein schnellerer gesellschaftlicher Effekt zu erzielen als bei klassischen Strategien.
Ein weiterer Aspekt könnte sein, dass man neben CSR auch weitere Alternativen denken könnte – hier sei nur kurz u.a. das Cradle-to-Cradle-Konzept als Weiterführung von CSR erwähnt.

Kai-Uwe: Für die CSR-Debatte spielt die Zivilgesellschaft eine sehr wichtige Rolle: Ähnlich wie bei der öffentlichen Meinung für die Politik könnte man der Zivilgesellschaft eine Art Richterfunktion für die Bewertung der Umsetzung von CSR-Maßnahmen zuordnen. Wenn man nun die Annahme formuliert, der Glaube an den Wert der Zivilgesellschaft, oder profaner formuliert: Hohes zivilgesellschaftliches Engagement zeuge von einer Art Zivilreligion, von einem säkularen Glaubenssystem ohne echte Götter: Könnte man auf Grundlage dieser Annahme sagen, die Relevanz von CSR stehe in Verbindung mit der Akzeptanz einer solchen Form von Zivilreligion?

Daniela: Das Modell CSR ermöglicht bestimmte Arten von Weltanschauungen und streift daher sicherlich auch Aspekte des Begriffs Zivilreligion. Ganz konkret wäre das z.B. die Menschenwürde, die sich sowohl in der deutschen Verfassung findet, als auch transnational in der EU-Definition von CSR.
Allerdings sehe ich den Begriff Zivilreligion sehr kritisch, weil das System Religion meinem Verständnis nach immer mit Bekenntnissen und Dogmen verknüpft ist. Dogmen können durchaus zu Irritation und Widerstand führen, aber sie behindern den wertschätzenden Dialog durch Ignoranz und Abgrenzung. Das ist m.E. nicht zukunftsfähig.
Nichtsdestotrotz widmen sich gerade kirchliche Institutionen gerne dem Thema CSR – hauptsächlich mit Bezug auf das soziale Engagement der Unternehmen. Diese Aktionen sind unbedingt begrüßenswert und förderungswürdig, denn soziales Engagement ist ein niedrigschwelliger Einstieg in das komplexe Thema CSR. Einmal sensibilisiert kann ein Unternehmen hier weiter gehen.
CSR kann ein Werkzeug zu einem zukunftsfähigen Wirtschaften, mithin zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft, sein und sollte daher offen für jede Art von Denken sein.

Kai-Uwe: Vielen Dank für das Gespräch.

Daniela: Vielen Dank für die interessanten Fragen.

Daniela Röcker, Kultur-Komplizin aus Stuttgart, ist Impulsgeberin der Initiative EnjoyWork – Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft. Sie ist Komplizin einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Unternehmenskultur sowie nachhaltigem Wirtschaften im Sinne von Corporate Social Responsibility und Cradle-to-Cradle.


 


 
 
 

Gesellschaft unter Strom: So bewegt uns die Energiewende

Ein steigender Energiebedarf bei begrenzten natürlichen Ressourcen stellt Energieversorger, Industrie und Verbraucher vor immer neue Herausforderungen.
Welche Handlungsfelder und Steuerungsmechanismen von Corporate Social Responsibility (CSR) in der Energiewirtschaft dazu beitragen, sie richtig zu bewältigen, welche Rolle die Bürgerbeteiligung und Akzeptanz von Großprojekten spielt, warum CSR-Kommunikation 3.0 Basis für eine erfolgreiche Energiewende ist und Personal- und Organisationsentwicklung ein innerbetrieblicher Treiber der Energiewende, erklären die Beiträge im aktuellen Herausgeberband „CSR und Energiewirtschaft“, der nun im Rahmen der von Prof. René Schmidpeter erschienenen Management-Reihe Corporate Social Responsibility vorliegt.

Kernfragen des Buches: Wie ist die Energiewende finanzierbar? Was muss vordringlich geschehen? Mit welchen Technologien ist der Umstieg zu schaffen? Wie umweltfreundlich sind erneuerbare Energien? Wie können Fehlentwicklungen verhindert werden? Was muss die Politik leisten? Liegen in Zukunft Energie- und Steuersparen eng beieinander? Wie kann die Energiewende vor Ort beschleunigt werden? Wo steht der Mittelstand? Weshalb entscheidet das Engagement der Bundesländer über das Gelingen des grünen Umbaus?

Über den interdisziplinären Ansatz der Herausgeber werden erstmals Debatten und Erkenntnisse aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur und Medien zusammengeführt. Die Autorinnen und Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen. So finden sich hier Beiträge ausgewiesener Experten neben Denkbruchstücken von Menschen, die gerade erst beginnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Zahlreiche Ansätze für regionale Energiemanagementkonzepte, die die „Energiewende von unten“ besser koordinieren, zeigen, wie sich die Energiewende fair gestalten lässt.

Ein komplexes Thema wie CSR und Energie wird hier vereinfacht und praxisnah einer möglichst breiten Leserschaft zugänglich und im besten Wortsinn „bewusst“ gemacht:
„Es geht um das Große im Kleinen und das Kleine im Großen, um gesamtheitliche Zusammenhänge und eine nachhaltige Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Endverbraucher, dem die Energiewende in kleinen Schritten nähergebracht werden soll.“ (Vorwort der Herausgeber)

Autoren sind u.a.: Heinz Dürr, Dr. Barbara Hendricks, Prof. Maximilian Gege, Monika Griefahn, Wolfgang Saam, Prof. Gesine Schwan, Opel-Vorstand Tina Müller Franz Untersteller. Der Fokus liegt allerdings auf mittelständischen Unternehmen, die Pionierarbeit leisten oder geleistet haben und zeigen, was im Rahmen der eigenen Möglichkeiten machbar ist. Es ist zugleich ein Buch der Vielfalt – das betrifft nicht nur die darin enthaltenen Themen, sondern auch die hier vertretenen Autorinnen und Autoren, die aus den unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen kommen.

Für Autoren und Herausgeber ist dies ein honorafreies Projekt – welches wir gern unterstützen, um dem Thema ein noch stärkeres Gewicht in der Öffentlichkeit zu geben. Wir sind uns sicher, dass Aspekte der Energiewende auch auf dem #CSRcamp16 thematisiert werden.

———————————-

Zum Buch:cover_csr_energiewirtschaft
CSR und Energiewirtschaft. www.springer.com/de/book/9783662465820
Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer.
Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016.
679 Seiten.
ISBN 978-3-662-46582-0

Die Herausgeber:
Werner Landhäußer ist geschäftsführender Gesellschafter der Mader GmbH & Co. KG mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen.
Dr. Alexandra Hildebrandt ist Nachhaltigkeitsexpertin, Hochschuldozentin, Publizistin und Wirtschaftspsychologin.

11. Deutsches CSR-Forum am 20./21. April in Ludwigsburg bei Stuttgart

Nach dem CSRCamp ist vor dem CSR-Forum. Eine noch nie da gewesene Vielfalt an Themen und Variationsmöglichkeiten rund um die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen – Corporate Social Responsibility – und Nachhaltige Unternehmensführung bietet das 11. Deutsche CSR-Forum. Es findet am 20. und 21. April 2015 in Ludwigsburg bei Stuttgart statt. Die Vielfalt spiegelt die steigende Bedeutung der Thematik wider, für Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Politiker.

Auf der Hauptveranstaltungsschiene, dem „Forum“, wird das Motto des Jahres diskutiert: Ist es schon so, dass es „ohne CSR keinen Geschäftserfolg“ mehr gibt? Oder wie entscheidend für den Geschäftserfolg sind CSR und Nachhaltige Unternehmensführung heute? Diskutiert werden ebenfalls die Themen „Warum Bürger dagegen sind“ und „CSR in der weltweiten Textil-Lieferkette“.
Etwa 20 weitere Themen rund um CSR werden in verschiedenen Formaten in Kleingruppen vertieft. Außerdem bietet die Expo, auf der Unternehmen und Institutionen ihr Nachhaltigkeitsengagement präsentieren, vielfältige Netzwerkmöglichkeiten. Festlicher Höhepunkt ist die Verleihung des Deutschen CSR-Preises am Abend des 20. April.
Erstmalig integriert in das Deutsche CSR-Forum sind außerdem die beiden Teilkongresse „CSR and Human Resources Summit“ und „First Academic CSR Summit“.

Veranstaltungsort:
Forum am Schlosspark, Stuttgarter Str. 33, 71638 Ludwigsburg

Anmeldung:
• Deutsches CSR-Forum: verschiedene Tarife, Bsp.: „Premiumticket“ Großunternehmen für 890 EUR oder „Premiumticket“ NGO/NPO 579 EUR über das Anmeldeformular
• Stände für die Expo sind ebenfalls buchbar: Informationen dazu und Anmeldung finden sich unter dem Link.

Wir wünschen unserem Kooperationspartner eine großartige Veranstaltung und werden vielleicht so gar selbst vor Ort sein.

Das Deutsche CSR-Forum auf dem 1. CSRcamp in Berlin

Gastbeitrag von Marie Glück

Als ich in XING die Nachricht über ein Barcamp in Berlin zum Thema CSR las, wusste ich sofort: Da muss ich hin! Das interaktive Barcamp-Format lernte ich bereits in Stuttgart kennen und weiß, dass es ganz automatisch zu spannende Themen und tollen Gesprächen führt. Der Austausch auf Augenhöhe steht hier im Vordergrund.

Angekommen am Sonntag im Scandic Hotel am Potsdamer Platz für die WarmUp-Session wurde ich von elegantem Design und einem freundlichen Orgateam empfangen. Über 30 Newbies wollten es wissen: Worauf habe ich mich hier eingelassen? Bei zwei Probesessions wurde gleich kräftig gefragt und mitdiskutiert. Warum kann ich auf Buchungsportalen für Übernachtungen und Hotels eigentlich nicht „Nachhaltigkeit“ als Kriterium auswählen? Und, verkommt CSR zum Marketingtool? Der rege Austausch wurde vom hoteleigenen Honig versüßt und bei einem exzellenten Buffett weitergeführt. Die Vorfreude auf den nächsten Tag war groß.

Mit dem Bus bei der Eventlocation der „besonderen Orte“ Jerusalemkirche angekommen, schlug mir sofort einen erwartungsvolle und gespannte Stimmung entgegen. Bekannte Gesichter grüßten mit einem gut gelaunten „Guten Morgen!“ und der Wohlfühlfaktor war sofort groß. Hier bin ich richtig, um Themen zu diskutieren und Fragen zu stellen, die mir schon lange unter den Nägeln brennen. Nach effizienter Vorstellungsrunde mit Namen und 3 #Hashtags hatte ich einen ersten Überblick über die anderen Teilgeber und schon erste Personen im Kopf, mit denen ich mich unbedingt austauschen wollte. Und schon startete der Sessionpitch: Kurzvorstellung des Themas, Interesse im Plenum abfragen und so eine Raumgröße zuteilen. Matthias und ich boten spontan eine Session mit dem Titel „Müssen wir Menschen zu CSR zwingen?“ an, mit dem Untertitel „Wie erreichen wir die ‚Blinden’?“. Zu unserer Freude fand die Session großen Zuspruch und uns wurde der größte Raum zugeteilt. Nach einer kurzen Pause stand der Ablaufplan fest und, oh Schreck, wir waren gleich am ersten Slot dran! Schnell Stühle zurecht rücken, Moderationskarten und Pinnnadeln bereit legen. Rund 30 Interessierte fanden sich ein und wollten mit uns diskutieren, ob man Menschen zu CSR zwingen sollte.

In der Diskussion kristallisierten sich zwei Ströme raus: Unternehmen sollte der Staat durch Gesetze zu nachhaltigem Verhalten verpflichten, für Konsumenten sind Anreize zu schaffen. Bis die Unternehmen verstehen, dass strategisches CSR-Management Werte und Qualität schafft, brauchen Best-Practice Beispiele Sichtbarkeit um ihre Strahlkraft zu vergrößern. Die Diskussion über die Konsumenten drehte sich u. a. um Ansätze zum bewussten Umgang mit Lebensmitteln in der Bildung, den elitären Charakter, den CSR / Nachhaltigkeit hat und, dass Nachhaltigkeit im Grunde Spaß machen soll. Verbote und „schlecht machen“ von „nichtnachhaltigem“ Verhalten transformiert nicht die Gesellschaft. Auch der lang ersehnte Bewusstseinswandel wurde angesprochen, wobei auch der „bewusste Konsument“ aber bitte nicht auf seine Reise auf die Malediven verzichten möchte. Die Herausforderung liegt hier auch darin, die Gruppe der „Gutmenschen“ und derer, die sich einen Dreck darum scheren, zusammen zu bringen. Eine interessante Idee, den Mainstream zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen, war die Nutzung populärer Formate wie bspw. der Tatort. Warum hier nicht mal Umweltskandale und schlechte Arbeitsbedingungen thematisieren? Die Rolle der Medien, die informieren und Meinungen bilden, ist nicht zu unterschätzen. Hier schließt sich der Kreis, da die Medien auch Sichtbarkeit für Engagement schaffen können. Die Essenz der ersten Session: Bei den Unternehmen mit Zwang arbeiten, bei den Verbrauchern im Kopf ansetzen und Anreize schaffen. Nachdem alle warm diskutiert waren, ging es nahtlos in die zweite Session über.

Hier traf ich bei GuteTat.de auf neue Diskussionspartner. Themen hier: CSR und Fachkräftemangel, Mitarbeiterbindung, Corporate Volunteering und Employer Branding. Wir starten mit einem Input über verschiedene Trends und Umfrageergebnisse, wie bspw. Fachkräftemangel, Wertewandel und die Tatsache, dass Unternehmen bei Skandalen inzwischen Stellung zu ihrer Lieferkette nehmen müssen. Über das Umfrageergebnis, dass junge Menschen bevorzugt bei sozial engagierten Unternehmen arbeiten möchten, landeten wir bei sozialen Teamevents. Der Diskussionsbeitrag, dass berufliche Bildung schon in der Grundschule ansetzen sollte, führte auch zu einer Paralleldiskussion online bei Twitter. Freudig nahm ich die Erkenntnis der Deutschen Post DHL zur Kenntnis, dass Employee Engagement positiv mit dem CSR-Engagement in dem jeweiligen Unternehmensbereich korreliert. Auch die Frage, ob man als Unternehmen nicht lieber das Geld direkt spenden sollte, um den Zaun professionell streichen zu lassen, anstatt den hochbezahlten und schlechtgelaunten Mitarbeiter hinzustellen und das dann Social Event zu taufen, führte zu gegensätzlichen Meinungen. Einerseits wäre es doch sinnvoll den Mitarbeiter mit seinen fachlichen Kompetenzen für soziale Projekte einzusetzen, auf der anderen Seite ergeben sich neue Perspektiven, wenn man einfach mal was ganz was anderes macht. Fazit: Das kommt ganz auf die Mitarbeiterstruktur an und sollte intern diskutiert werden. Weiteres Thema war die Anbahnung der Kooperationen zwischen Unternehmen und NGOs für die Durchführung des Social Events. Wichtig war hier, eine gemeinsame Vision herauszuarbeiten und Kommunikation auf Augenhöhe zu führen.

Mittagspause! Mit regionalen und vegetarischen Köstlichkeiten und Austausch mit anderen Teilgebern.

Mit vollem Bauch beglückte ich die dritte Session zu CSR-Controlling. Bei dem Impulsvortrag, der eher einer Vorlesung glich, blieb bei mir hängen, dass das CSR-Potenzial darin liegt, strategisch das zu machen, was sozial noch nicht institutionell verankert ist. Die weiteren Gedanken bestätigten meine Überzeugung, dass CSR Chefsache ist und die geplanten Maßnahmen mit entsprechenden Indikatoren hinterlegt werden sollten. Denn nur was gemessen wird, kann auch gemanaged und somit reduziert werden.

Die vierte Session im AfB-Raum war mit Abstand die interaktivste, an der ich teilnahm! Nach einem kurzen Impuls über Social Business ging es ans Werk. Unternehmensnamen auf Metaplankarten und jetzt: alle bitte zwei Stühle weiter und die Haupttätigkeiten des dort liegenden Unternehmens aufschreiben. Alle Metaplankarten umdrehen und ein soziales Problem benennen. Wieder Stühle wechseln und die betroffene Zielgruppe aufschreiben. Ein Part, der mir besonders gut gefällt: Was kann diese Gruppe Menschen besonders gut? Auch das schrieben wir auf. Jetzt geht das große Feilschen los. Welches gesellschaftliche Problem kann durch die Tätigkeiten des Unternehmens gelöst werden? Wir entwickeln kreative Ideen und stellen diese potenziellen Investoren vor. Spannende Abschlussfrage: Ist Social Business das neue CSR? So würden Kosten- in Ertragsstellen umgewandelt werden.

Nach dieser Session war das CSRcamp leider vorbei für mich, da ich mit dem Zug zurück nach Stuttgart gefahren bin.

Was hat es mir gebracht?
• Viele tolle Kontakte zu interessanten Menschen mit spannenden Projekten
• Austausch auf Augenhöhe – jeder ist Experte
• Denkanstöße und Impulse für meine Arbeit
• Mögliche Teilnehmer und Redner für das Deutsche CSR-Forum im April (www.csrforum.eu)

Als kleiner Tipp meiner bisherigen (doch noch bescheidenen) Barcamp-Erfahrung: Je konkreter ich frage, umso konkreter die Antwort!

Wir freuen uns, mit dem Deutschen CSR-Forum als Partner und Raumpate auf dem 1. CSRcamp vertreten gewesen zu sein und hoffen auf eine erfolgreiche Weiterführung im nächsten Jahr. Gerne auch zwei Tage, z. B. Freitag und Samstag.

Aurora Borealis und die WarmUp Session im Scandic

Der Countdown zum ersten CSRcamp, der Unkonferenz zu Themen rund um die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, läuft. Am Montag treffen sich über 100 Teilnehmer, um in entspannter Atmosphäre und interaktivem Dialog mit Fachleuten und engagierten Unternehmern Erfahrungen auszutauschen, eigenes Wissen zu teilen und zu vertiefen, Hemmschwellen abzubauen, Transparenz zu schaffen und gemeinsam Lösungsvorschläge für typische Problemstellungen zu erarbeiten.

Bereits am Vorabend, dem 25.01.15, findet im Scandic Berlin Potsdamer Platz das WarmUp statt. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Barcamp-Neulinge, die sich mit dem Format vertraut machen wollen, aber auch an alle anderen, die sich bereits einstimmen und erste Kontakte knüpfen möchten. Gemeinsam werden wir heraus finden, was Cartoons & Comics, AuroraBorealisCocktails und Black&RedAngusBurger mit Corporate Social Responsibility zu tun haben. Der kongeniale Gastgeber des Abends ist das Scandic Berlin Potsdamer Platz. Scandic war die erste Hotelkette, die auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene ein weitreichendes Nachhaltigkeitskonzept entwickelt hat. Dieses ist marktführend und macht Scandic zu einem Vorreiter in der nachhaltigen Hotellerie. „Scandic setzt nachhaltige Maßstäbe“, so entschied die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises im vergangenen Jahr und zeichnete die Häuser zur nachhaltigsten Hotelmarke 2014 aus. Insgesamt landete unser Gastgeber in der Kategorie „Großunternehmen“ unter den Top 3.

Also, wer sich von Anne Hahn und Frank Feldmann zu Barcamps informieren lassen, sich mit Steffen Seichter (Director of Sales & Marketing) über die CSR-Strategie der Scandic Hotelgruppe und mit Küchenchef Daniel Deglow über eine exzellente nachhaltige, regionale Küche austauschen und diese auch gleich probieren oder aber auch einfach nur mit anderen Teilnehmern des CSRcamps bereits am Vorabend des Camps ins Gespräch zu kommen – wir freuen uns auf euch.

Und jetzt noch ein paar Impressionen der außergewöhnlichen Location:

Berliner Schulpate – Gemeinsam machen wir Grundschulen stark!

Wir sind mit den Vorbereitungen für unser erstes CSRcamp auf der Zielgeraden. Zeit, euch auch das dritte Projekt vorzustellen, dass sich am 26.01.15 gemeinsam mit unserem Charitypartner, der Stiftung „Gute-Tat.de„, in der Jerusalemkirche vorstellen wird: Berliner Schulpate.

Der Berliner Schulpate verfolgt das Ziel, mit Hilfe von Unternehmen, Institutionen und engagierten Bürgern die Lehr- und Lernsituation an Berliner Grundschulen in sozial schwierigen Kiezen zu verbessern. Wir wollen den Schülerinnen und Schüler verschiedene Perspektive eröffnen, ihre Neugier wecken und ihr Interesse und ihre Potenziale fördern.
Im Fokus steht dabei vor allem das aktive Kennenlernen von Berufen: Akteure aus der Berliner Wirtschaft bieten den Kindern durch Aktionen Einblicke in ihren jeweiligen Berufsalltag. Indem sie die Grundschüler frühzeitig für Berufe begeistern, erhalten die Kinder Anregungen für Berufswünsche und entdecken Interessen, die der späteren beruflichen Orientierung den Weg ebnen. Eine Orientierung, die vielen Kindern an diesen Schulen zunehmend von zu Hause aus fehlt.

Die spielerische Berufsorientierung in der Grundschule beginnt keinesfalls zu früh: Grundschulen kommt eine Schlüsselstellung bei der erfolgreichen Integration von Kindern in die Gesellschaft zu. Hier werden die Weichen für die gesamte Schullaufbahn gestellt und damit auch für einen erfolgreichen Eintritt in das Berufsleben. In sozial schwierigen Kiezen Berlins stehen die Grundschulen vor besonderen Herausforderungen: Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler stammen aus Familien, die Transferleistungen beziehen, viele Kinder sind zudem nicht-deutscher Herkunftssprache.
Der Bedarf ist riesig: Ein Drittel aller Berliner Grundschulen gilt als Schule mit besonders hoher sozialer Belastung. In Zahlen ausgedrückt: 121 Grundschulen.
Derzeit sind 20 Grundschulen aktiv bei uns im Programm, die von über 50 Schulpaten aus der Berliner Wirtschaft und ehrenamtlich engagierten Bürgern unterstützt werden.

Berliner Schulpate ging im Januar 2013 als Pilotprojekt der Handwerkskammer Berlin an den Start und ist heute als gemeinnützige GmbH und Tochtergesellschaft der Handwerkskammer Berlin aktiv. Berliner Schulpate wird von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen sowie von der GASAG Berliner Gaswerke AG und Berliner Volksbank eG finanziell unterstützt.

Schön, dass auch dieses tolle Berliner Projekt mit dabei ist.

Andere reinigen ihr Gewissen - der Wodara Gebäudeservice reinigt dein Gebäude!

Die Gebäudeservice Wodara GmbH ist Premium Partner des CSRcamps, wird sich mit einem Stand vor Ort präsentieren und Philipp Wodara selbst auch eine Session zum Thema “CSR im Handwerk – Ein Einblick in die Implementierungsphase beim Gebäudeservice Wodara” anbieten. Wir freuen uns sehr über diese tolle Kooperation!

Wodara_Artikelbild

Die Gebäudeservice Wodara GmbH ist ein mittelständisches Handwerksunternehmen aus Berlin. Es bietet einen professionellen Rundumservice für Immobilien. Zu ihren Dienstleistungen zählen: Glas- und Gebäudereinigung, Winterdienst, Garten- und Landschaftsbau mit Grünanlagenpflege, Hausmeisterservice, Malerarbeiten und Trockenausbau.
Die Unternehmensphilosophie steht für Qualität und Vertrauen und hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam aus einer Hand, nach den Grundsätzen von qualitrauen zu arbeiten. Durch eine fachgerechte Beratung und termingetreue Auftragsausführung gewährleistet der Dienstleister Qalität. Bei ihm finden Sie ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis, welches sich in der Produkt- und Ausführungsqualität widerspiegelt. Oberste Prioritäten sind Kundenorientierung und Kundenservice. Die Arbeiten werden in der Qualität ausgeführt, wie man Sie als „eigener Kunde“ auch erwarten würden. Durch die Gewährleistung dieser Qualitätsgrundsätze erarbeitet sich der Wodara Gebäudeservice das Vertrauen seiner Kunden und erzielt eine langjährige Zusammenarbeit. Mit Pünktlichkeit,
Termintreue und zuverlässiger Auftragsausführungen wird das geschenkte Vertrauen zurück gegeben. Fachkundige und kompetenten Mitarbeiter stehen hinter dieser Firmenphilosophie und setzen sie in ihrer täglichen Arbeit um. Jeder Mitarbeiter präsentiert durch seine Arbeitsleistung das Unternehmen nach außen und ist in eigener Verantwortung ein Aushängeschild der Firma. Durch die Qualität seiner Arbeitsleistung trägt er entscheidend zur Zielerreichung bei.

Aus den eigenen Reihen konnte Wodara Gebäudeservice in den letzten Jahren eine Arbeitssicherheitsfachkraft, einen Fachwirt für Gebäudereinigung & Hygienemanagement und einen IHK Controller gewinnen. Ein positives Wachstum sowie die stetige Gewinnung neuer Kunden hat dazu geführt, dass im Jahr 2011 das erste Mal in einem Monat über 100 Mitarbeiter beschäftigt werden konnten. Doch nicht nur diese Mitarbeiter sind Teil der Qualitätsoffensive. Im Zuge einer CSR – Zertifizierung wurde das gesamte Ablaufsystem im Unternehmen auf den Kopf gestellt und nach Optmierungen gesucht.

Wer über diesen CSR Zertifizierungsprozess speziell oder zum Angebot des Wodara Gebäudeservices allgemein mehr wissen möchte, der kann Philipp Wodara und sein Team gern am Stand auf dem CSRcamp besuchen.

Mit dem N-Kompass wird nachhaltige Unternehmensführung leicht gemacht

Der N-Kompass ist nicht nur das neue Online-Werkzeug für die nachhaltige Unternehmensführung im Mittelstand, sondern auch offizieller Sponsor und Partner des #CSRcamp15. Triff das Team vor Ort und erfahre mehr über nachhaltiges wirtschaften mit Methode!

Der Fachverlag NWB hat mit dem N-Kompass eine Online-Lösung für nachhaltiges Wirtschaften im Mittelstand entwickelt und bringt damit Unternehmen auf Nachhaltigkeitskurs. Der N-Kompass begleitet sie bei der Ermittlung ihrer zentralen Handlungsfelder in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales und beim Nachhaltigkeitsmanagement und unterstützt sie Schritt-für-Schritt bei der Umsetzung geeigneter Maßnahmen.
Verantwortungsvolles Wirtschaften gehört für viele mittelständische Unternehmer heute bereits zur Praxis, um ihr Unternehmen auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Steigende Energiepreise, anspruchsvollere Kunden und auch der Wettbewerb um neue Mitarbeiter stellen den Mittelstand beim Thema Nachhaltigkeit vor immer neue Herausforderungen.

N-Kompass

Der N-Kompass richtet sich an Unternehmen, die sich diesen Veränderungen ohne externe Berater stellen wollen. Das vom NWB Verlag initiierte Online-Tool ist der größte aktuelle Wissenspool zur Nachhaltigkeit mit fundiertem Wissen zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften“ von ausgewiesenen Experten und zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Unternehmen können online zunächst kostenlos mithilfe einer ersten Basis-Analyse ihre wichtigsten Handlungsfelder ermitteln. Bei der Umsetzung der abgeleiteten Maßnahmen unterstützt der N-Kompass sie mit fundiertem Expertenwissen, praktischen Tipps und Denkanstößen. Die geeigneten Maßnahmen werden in ein Maßnahmen- und Steuerungstool eingefügt. Zusätzlich erhalten die Unternehmen Zugang zu einer ständig aktualisierten Online-Datenbank sowie dem N-Kompass Magazin mit nützlichen Tipps rund um das Thema Nachhaltigkeit.
Erste Pilotunternehmen wenden den N-Kompass bereits erfolgreich an. Einer der Vorreiter, das Chemie-Unternehmen Dr. Schnell GmbH, wurde für sein Engagement bereits mit einer Nominierung beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013 belohnt. Weitere Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft haben den N-Kompass in verschiedenen Entwicklungsphasen unterstützt, wie beispielsweise das Wuppertal
Institut oder die Leuphana Universität Lüneburg.

Nachhaltigkeit im NWB Verlag ist Passion und Profession. Der NWB Verlag als Familienunternehmen in dritter Generation geht seit Jahren mit gutem Beispiel voran. Für Geschäftsführer Dr. Ludger Kleyboldt war es immer wichtig, vorausschauend zu denken. „Mir wurde irgendwann klar, dass es nur möglich ist, das Unternehmen auch für nachfolgende Generationen zu erhalten, wenn wir beginnen verantwortungsbewusst und nachhaltig zu handeln“, erklärt Kleyboldt. Die drei Bereiche, Ökologie, Ökonomie und Soziales, die das Herz des N-Kompass bilden, finden im Wirtschaftsverlag in Herne besondere Beachtung. Typische Maßnahmen wie eine Solaranlage auf dem Verlagsgebäude und Firmenfahrzeuge mit Ökostrom sind beim NWB Verlag schon lange gelebte Praxis. Aber das Engagement geht inzwischen deutlich weiter und bezieht zunehmend alle Verlagsbereiche mit ein. So wurde mittlerweile der gesamte Produktionsprozess nachhaltig ausgerichtet – mit deutlichen Einsparungen bei Papierverbrauch und CO2-Emissionen. Auch die Mitarbeiter werden konsequent eingebunden und damit sensibilisiert für das Thema. „Wir möchten, dass Andere von unseren Erfahrungen profitieren. Der deutsche Mittelstand hat die Bedeutung nachhaltigen Wirtschaftens bereits erkannt. Nun gibt es mit dem N-Kompass endlich ein Werkzeug, das beider praktischen Umsetzung ansetzt“, so Ludger Kleyboldt weiter.

Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem NWB Verlag auf dem diesjährigen CSRcamp und sind gespannt, in welche Richtung die Kompassnadel am kommenden Montag ausschlagen wird.