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Einstieg in die CSR Materie - Interview mit Marie-Lucie Linde, Verantwortliche Redakteurin der N-Kompass-Redaktion

N-Kompass ist nicht nur Raumpate des #CSRcamp16, sondern wird selbst auch vor Ort sein und sich aktiv einbringen. Als kleines Intro in den fachlichen Gedankenaustausch am 25.01.16 haben wir mit Marie-Lucie Linde, Verantwortliche Redakteurin der N-Kompass-Redaktion, ein kurzes Interview geführt.

Obgleich es ja keine echte Knappheit an offiziellen Definiti-onen dessen gibt, was „Corporate Social Responsibility“ eigentlich bedeuten soll, gleichviel die Frage: Welches Verständnis haben Sie von CSR?

Bei N-Kompass teilen wir die weit verbreitete Definition, wonach CSR den spezifischen Beitrag bezeichnet, den Unternehmen zum nachhaltigen Wirtschaften bzw. zur Nachhaltigkeit leisten. Entscheidend ist dabei aus unserer Sicht vor allem der ganzheitliche Ansatz, bei dem alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales, vereint und in Balance gehalten werden.

Die CSR-Debatte hat inzwischen einen gewissen Reifegrad erreicht, nicht zuletzt durch zahlreiche Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung. Wo sehen Sie aktuell die bedeutendsten Herausforderungen, theoretisch wie praktisch?

Gerade im Mittelstand haben wir die Erfahrung gemacht, dass CSR zwar zunehmend an Bedeutung gewinnt, aber vielen der Einstieg in die Materie immer noch schwerfällt. Vor allem die Vielfalt der möglichen CSR-Themenfelder erschwert hierbei die systematische Auseinandersetzung und die richtige Priorisierung für das eigene Unternehmen. Hinzu kommt, dass gerade in kleineren Unternehmen oftmals die nötigen Ressourcen feh-len, die sich dem Thema vollumfänglich annehmen können. (Dies führt dazu, dass die diversen Potenziale, wie Effizienzeffekte und Kostenersparnis, die in dem Thema CSR für Unter-nehmen stecken, von diesen nicht wahrgenommen werden. Die Wirtschaftlichkeit von CSR-Maßnahmen wird daher leider immer noch zu oft verkannt.)

Die CSR-Maßnahmen vieler Großunternehmen werden von Kritik ja nicht eben verschont. Wo sehen Sie in-zwischen die Hauptprobleme von CSR-Maßnahmen in Hinsicht auf deren Umsetzung?

CSR-Maßnahmen dürfen nicht aus der reinen PR-Motivation heraus umgesetzt werden. Leider scheinen einige Großunternehmen den Fokus ihrer CSR-Aktivitäten auf den größtmöglichen Imagegewinn zu legen und geraten dadurch häufig in der kritischen Öffentlichkeit in den Verdacht des Greenwashings. Diese Unternehmen vernachlässigen die systematische Analyse der für ihren Betrieb tatsächlich wirksamen Hebel in Sachen CSR. Ein weiteres Problem in Großunternehmen: Isolierte CSR-Stabstellen bzw. Abteilungen vernachlässigen eine vernünftige Mitarbeitereinbindung, was eine Verankerung des Themas im Unternehmen erschwert.

Das CSR-Thema ist ja einerseits sehr auf spezifische Fach-Öffentlichkeiten im Umfeld der jeweiligen Behörden, Institutionen, Unternehmen ausgerichtet, einschließlich der jeweiligen Klientel, Kundschaft und anderer Stakeholder. Andererseits ist auch nicht unerheblich, wie die Mitglieder, Mitarbeiter intern über entsprechende CSR-Maßnahmen denken und sprechen, um diese zum Erfolg zu führen. Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund die Bedeutung der jeweiligen Mitarbeiterführung für den CSR-Erfolg? Gibt es hier eine bestimmte, nachweisbare oder auch nur plausible Korrelation?

Die Einbindung verschiedener Stakeholder, vor allem der Mitarbeiter, ist sowohl bei der Entwicklung von CSR-Strategien als auch bei der Umsetzung von elementarer Bedeutung und bestimmen maßgeblich deren Erfolg. Dabei trägt die Geschäfts-führung und das Top-Management eine zentrale Rolle. Sie müssen CSR im Unternehmen vorleben, damit diese zur gelebten Praxis wird, die die Belegschaft letztendlich mitträgt.

Zum Schluss: Wie stellen Sie sich die weitere Entwicklung bei der Diskussion und Implementierung von CSR-Maßnahmen vor? Was lässt die Evolution von CSR in Zu-kunft erwarten? Eine Trendanalyse bitte.

Die künftige Diskussion rund um das Thema CSR wird zunehmend von der CSR-Berichtspflicht, die von der EU verabschiedet wurde, beeinflusst. Wir beobachten, dass die systematische Auseinandersetzung mit Einzelthemen dadurch sowohl in Großunternehmen, als auch bei Mittelständlern zunimmt und sicher weiter zunehmen wird. Die Berichtspflicht wird in Unternehmen einen Prozess etablieren, durch den CSR näher ans Kerngeschäft rücken wird. Wenn das Reporting jedoch Auslöser für den CSR-Prozess im Unternehmen ist und bleibt, besteht die Gefahr, dass dieser Prozess mehr als Compliance-Thema und weniger als gelebte CSR etabliert wird.
Ein weiterer Trend, den wir beobachten, ist, dass durch die ho-he Komplexität von CSR zunehmend Unterstützung u.a. durch qualifizierte CSR-Berater oder passgenaue digitale Lösungen gesucht wird – sei es beim Einstieg oder im späteren Umsetzungsprozess. Hier entwickeln sich derzeit spannende Angebote, die sowohl beim Einstieg in die Materie CSR, bei der Stakeholder-Einbindung und der Priorisierung von Einzelmaßnahmen als auch bei der Berichtserstattung (Reporting) unterstützen.

Vielen Dank für das Interview!

Treffen Sie das N-Kompass Team am 25.01.16 auf dem CSRcamp16 in Berlin, machen Sie sich mit dem Tool vertraut und nutzen sie die fachliche Expertise der beratung vor Ort! Der N-Kompass ist ein ideales Online-Werkzeug, um einfach und strukturiert in das Thema Nachhaltigkeit einzusteigen. Der N-Kompass ermöglicht eine schnelle Standortbestimmung und bietet diverse Unterstützungshilfen, die von Fachdossiers bis zu zertifizierten N-Kompass-Beratern reichen. Zudem hilft der N-Kompass bei der EU-konformen Berichterstattung dank integriertem DNK Standard.